ESC kompakt

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Mittlerweile wird der Eurovision Song Contest irgendwann im Mai eine Woche lang in zwei Semifinals und einem großen Finale am Samstagabend im Land des Vorjahressieger ausgetragen. Die sogenannten Big Five Großbritannien, Spanien, Italien, Frankreich und Deutschland sowie das Siegerland des Vorjahres (in 2018 ist es Portugal) sind bereits für das Finale gesetzt. In den zwei Semifinals müssen sich die übrigen Teilnehmerländer einen der begehrten Finalplätze ersingen. Insgesamt stehen 26 Länder im Finale. Das Land, das den Eurovision Song Contest gewinnt, darf im Folgejahr den Wettbwerb ausrichten. Muss es aber nicht.

Die Auswahl ihres nationalen Beitrages für den ESC treffen die Länder unterschiedlich. Manche wählen den Künstler und Song in einer internen Auswahl, also hinter verschlossenen Türen,  oder lassen das Publikum in Vorentscheiden mehr oder weniger ausgiebig entscheiden. Manche Vorentscheide sind in den vergangenen Jahren fast zu richtigen Marken geworden. Shownamen wie das Melodifestivalen (Schweden), Festivali i Këngës (Albanien), Eesti Laul (Estland), Uuden Musiikin Kilpailu (Finnland), Söngvakeppni Sjónvarpsins (Island) und A Dal (Ungarn) sind in ihren Ländern und in der ESC-Welt ein Begriff. Vor hier aus starten die Teilnehmer auf die große Bühne des ESC.

Die Teilnehmer des Eurovision Song Contest unterliegen einem umfangreichen Regelwerk. Es gelten u.a. folgende Vorgaben:

– Die Interpreten müssen am Finaltag das 16. Lebensjahr vollendet haben.
– Jeder Interpret darf in einem Jahr nur für ein Land antreten.
– Es dürfen höchstens sechs Personen auf der Bühne mitwirken.
– Das Lied muss live mit Halbplayback gesungen werden.
– Jedes Teilnehmerland darf die Sprache seines Beitrages frei wählen.
– Lied oder Auftritt dürfen keine politische (Text, Gesten, Ansprache) oder werbliche Botschaft (für Unternehmen, Produkte oder Dienstleistungen) enthalten oder dem Image des Liederwettbewerbs schaden.
– Beim Auftritt dürfen keine Tiere mitwirken.
– Die Lieder dürfen frühestens am 1. September des Vorjahres veröffentlicht werden.
– Es muss sich um einen Originalsong handeln, darf also keine Coverversion eines älteren Liedes sein.
– Die Länge des Beitrags darf maximal drei Minuten betragen.
– Die Zahl der teilnehmenden Länder ist auf 46 begrenzt, im Finale auf 26.
Der Vorjahressieger und die die größten Geldgeber in der EBU, die Big Five, nämlich Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien und Deutschland, sind automatisch für das Finale qualifiziert.
– Für das Finale werden 26 Plätze vergeben, sechs gehen an die Big Five und den Vorjahressieger, um die übrigen 20 Plätze müssen die anderen Teilnehmer in einem der beiden Semifinals kämpfen.
Die Reihenfolge der Teilnehmer in den Semifinals und dem Finale wird vom Produzenten der Show festgelegt. Es wird nur gelöst, ob der Teilnehmer in der ersten oder zweiten Hälfte der Show antritt.
Die Qualifikaten aus den Semifinals und dem Finale werden zu 50 Prozent von den Zuschauern per Telefon, SMS oder der ESC-App bestimmt und zu 50 Prozent von den nationalen Jurys. Die nationalen Jurys bestimmen ihre TOP 10 jeweils am Vortag nach der Generalprobe der jeweiligen Show (Semifinale/Finale). Die nationalen Jurys bestehen jeweils fünf Experten, die entweder Hörfunkmoderator, Musiker, Komponist, Textdichter oder Produzent sind. Die Namen der Jurymitglieder werden jedes Jahr nach dem 1. Mai bekannt gegeben.
Die Ergebnisse aus Zuschauer- und Jurywertungen jedes einzelnen Landes werden zu einen Gesamtergebnis kummliert. Die besten zehn Titel werden mit eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, zehn und zwölf Punkten bewertet. Die Zuschauer- und Jurywertungen werden getrennt voneinander bekannt gegeben. Die 12 Punkte, die eine nationale Jury für einen Song vergibt wird von einer Spokesperson (in 2017 zB Barbara Schöneberger für Deutschland) in der Show bekannt gegeben. Die übrigen Punkte werden automatisch auf der Tabelle den einzelnen Ländern zugeteilt. Bei der Zuschauerwertung werden alle Punkte, die ein Beitrage aus den verschiedenen Ländern erhalten hat, kummliert und in der Reihenfolge (geringste bis meiste Punktzahl) zum Gesamtergebnis der Jurywertung hinzugerechnet. Dann ist der Sieger bekannt.


Opening des Eurovision Song Contest 2013 in Mälmo (Schweden), Malmö Arena
Beitragsbild @sofareporter

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